Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten SEO-Trends für 2026 und 2027 laufen auf eine Frage hinaus: Wird Ihr Unternehmen in KI-Antworten genannt? Google verbindet KI-Übersichten und KI-Modus zu einer durchgehenden KI-Suche.
Informationsseiten verlieren dadurch Klicks, und KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Copilot durchsuchen selbst das Netz nach Quellen. Klassische Suchmaschinenoptimierung bleibt die Grundlage. Hinzu kommt GEO (Generative Engine Optimization): die Arbeit daran, dass KI-Systeme Ihre Inhalte finden, verstehen und zitieren.
Diesen Beitrag habe ich zum ersten Mal Anfang 2024 veröffentlicht, damals als „SEO-Trends 2024“. Künstliche Intelligenz kam darin vor allem als Werkzeug für Texte und Keyword-Recherche vor. Zweieinhalb Jahre später hat sich das Bild gedreht. Heute ist KI selbst der Ort, an dem gesucht und geantwortet wird.
Wie schnell das geht, zeigt meine eigene Search Console. Dort taucht bis heute die Anfrage „welche seo-trends sollte man im jahr 2024 beachten?. my location is germany.“ auf. Der angehängte Ortszusatz spricht dafür, dass kein Mensch diese Frage getippt hat. Vermutlich war es ein KI-System, das für seine Antwort nach Quellen gesucht hat.
Für diese Übersicht der SEO- und GEO-Trends habe ich die Entwicklungen der letzten zwölf Monate ausgewertet. Die Grundlage sind Studien und offizielle Angaben von Google, OpenAI und SISTRIX sowie die Daten meiner eigenen Website aus der Google Search Console, den Bing Webmaster Tools und Google Analytics.
Jeder Trend ist mit Quelle und Datum belegt. Am Ende steht, was davon für kleine und mittlere Unternehmen wirklich zählt.
Inhalt
Die 10 SEO- & GEO-Trends 2026/2027 im Überblick
KI-Antworten werden zum festen Bestandteil der Google-Suche.
Inhalte müssen nicht nur ranken, sondern auch als Quelle infrage kommen.
Weniger Klicks bei Informationssuchen.
Ratgeber verlieren Klicks, während Quellenangaben wichtiger werden.
Suchanfragen werden zu Prompts.
Inhalte sollten auch konkrete Fragen und Teilfragen beantworten
KI-Besuche sind klein, aber messbar.
Search Console, Bing und Analytics liefern erste Zahlen.
KI-Suche erreicht Zielgruppen unterschiedlich schnell.
Klassische Google-Suche bleibt je nach Zielgruppe unterschiedlich wichtig.
Inhalte mit klarem Bezug zum Kernangebot gewinnen an Bedeutung.
Ratgeber sollten eng mit den eigenen Leistungen und Angeboten verbunden sein.
Marke und externe Erwähnungen gewinnen an Bedeutung.
Bewertungen, Videos und Fachportale können die Sichtbarkeit in KI-Antworten unterstützen.
Das Google-Unternehmensprofil gewinnt auch für KI-Antworten an Bedeutung.
Vollständige und aktuelle Unternehmensdaten werden noch wichtiger
Europäischer Sonderweg bei Google.
EU-Regeln verändern Reise-, Produkt- und lokale Suchergebnisse
KI-Agenten beginnen zu buchen und zu kaufen.
Grundlagen schaffen, Spezialtechnik aber noch nicht priorisieren
KI-Antworten werden zum festen Bestandteil der Google-Suche
Der wichtigste SEO-Trend der vergangenen zwölf Monate: Google baut KI-generierte Antworten vom gelegentlichen Zusatz zu einem festen Bestandteil der Suche aus. Seit dem 8. Oktober 2025 gibt es den KI-Modus (AI Mode) auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit Mai 2026 können Nutzer zudem direkt aus einer KI-Übersicht eine Folgefrage stellen und von dort in eine Unterhaltung mit dem KI-Modus wechseln.
Die Nutzung wächst entsprechend. Nach Angaben von Google hat der KI-Modus inzwischen mehr als eine Milliarde monatliche Nutzer erreicht. Die Fragen dort sind zwei- bis dreimal so lang wie klassische Suchanfragen.
Technisch arbeitet der KI-Modus mit dem sogenannten Query Fan-Out. Google zerlegt eine Frage in mehrere Unterthemen, führt dazu parallel verschiedene Suchanfragen aus und führt die gefundenen Informationen anschließend zusammen. Für Unternehmen verändert sich damit die Aufgabe. Ein gutes Ranking für ein einzelnes Keyword bleibt wichtig, reicht aber nicht immer aus. Inhalte sollten auch konkrete Teilfragen klar beantworten und so aufgebaut sein, dass sie für Google als relevante Quelle infrage kommen.
Wie Google die Quellen für KI-Übersichten auswählt, erkläre ich ausführlich im Beitrag AI Overviews
Quellen: Google, KI-Modus in DACH Google Search Central, Leitfaden zur Optimierung für generative KI
Weniger Klicks bei Informationssuchen: Quellenangaben werden wichtiger
Erscheint eine KI-Übersicht über den Suchergebnissen, klicken deutlich weniger Menschen auf die klassischen Treffer. Eine SISTRIX-Auswertung für Deutschland, veröffentlicht im Februar und aktualisiert im August 2026, zeigt: Bei gut 20 Prozent der untersuchten Keywords erscheint inzwischen eine KI-Übersicht. Die Klickrate auf den ersten organischen Treffer sinkt dabei von über 27 auf rund 11 Prozent. Hochgerechnet entspricht das rund 265 Millionen weniger organischen Klicks pro Monat beziehungsweise durchschnittlich 6,6 Prozent aller organischen Klicks in Deutschland.
| Bereich | Klickverlust durch KI-Übersichten |
|---|---|
| Rezeptportale | gut 1 % |
| Nachrichten und Medien | 7,37 % |
| Elternportale | über 24 % |
| Spezialisierte Gesundheitsportale | über 30 % |
Entscheidend ist die Art der Suchanfrage. Eine Auswertung von Seer Interactive vom April 2026 mit 53 Marken und 5,47 Millionen untersuchten Suchanfragen zeigt KI-Übersichten bei durchschnittlich 36 Prozent der Informationssuchen. Bei kommerziellen Suchen sind es 8 Prozent, bei transaktionalen Suchen 5 Prozent. Websites mit vielen Ratgeber- und Informationsinhalten sind deshalb deutlich stärker betroffen als Seiten, bei denen eine konkrete Anfrage, Buchung oder ein Kauf im Mittelpunkt steht.
Die Studie zeigt zugleich, warum die Nennung als Quelle wichtiger wird. Marken, die in einer KI-Übersicht verlinkt werden, erhalten pro Impression 120 Prozent mehr organische Klicks als Marken, die nicht zitiert werden. Das Niveau von Suchergebnissen ohne KI-Übersicht erreichen sie allerdings nicht: Dort liegt die Klickrate weiterhin 38 Prozent höher.
Für Ihre Website bedeutet das zweierlei. Informationsinhalte sollten konkrete Fragen so beantworten, dass sie für KI-Übersichten als Quelle infrage kommen. Gleichzeitig bleiben Leistungs- und Angebotsseiten wichtig, weil Suchanfragen mit konkreter Kauf-, Buchungs- oder Kontaktabsicht deutlich seltener von KI-Übersichten betroffen sind.
Wie Sie Ihre eigene KI-Sichtbarkeit prüfen und verbessern, lesen Sie auf der Seite KI-Sichtbarkeit .
Quellen: SISTRIX, 25.02.2026, aktualisiert 21.08.2026 · Seer Interactive, April 2026
Suchanfragen werden zu Prompts, und KI-Systeme zerlegen sie in Teilfragen
Wer einen KI-Modus nutzt, tippt häufig nicht mehr nur zwei oder drei Stichworte ein. Nutzer stellen längere Fragen, ergänzen ihr Anliegen um Bedingungen oder stellen direkt eine Folgefrage. Nach Angaben von Google sind Anfragen im KI-Modus etwa zwei- bis dreimal so lang wie klassische Suchanfragen. Auch bei Google-Suchen zeigt sich ein Zusammenhang zwischen der Länge einer Anfrage und KI-Antworten: Eine Ahrefs-Auswertung fand KI-Übersichten bei 46,4 Prozent der Suchanfragen mit sieben oder mehr Wörtern, bei Ein-Wort-Anfragen dagegen nur bei 9,5 Prozent.
Das sehe ich auch in der Search Console meiner eigenen Website. Knapp jede zehnte Suchanfrage, zu der meine Seiten eingeblendet werden, ist sieben Wörter oder länger. Typisch sind Fragen wie „wer bietet einen professionellen geo-audit an, um die sichtbarkeit meiner marke in ki-suchsystemen wie chatgpt, gemini oder perplexity zu prüfen?“. Klicks bringen solche Anfragen praktisch nicht, auch nicht bei Platzierungen auf der ersten Seite. Manche enden sogar mit Arbeitsanweisungen wie „bitte recherchiere online und nenne konkrete Anbieter“. Das spricht dafür, dass ein Teil dieser Anfragen aus KI-gestützten Such- oder Monitoringprozessen stammt.
Google Search Console
Lange Fragen und Prompts
In der Search Console erscheinen zunehmend sehr lange Suchanfragen. Sie enthalten nicht nur ein Thema, sondern häufig bereits Ort, Leistung, gewünschtes Ergebnis oder sogar eine konkrete Arbeitsanweisung.
Beispiel:
„Wer bietet einen professionellen GEO-Audit an, um die Sichtbarkeit meiner Marke in KI-Suchsystemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity zu prüfen?“
Bing Webmaster Tools
Kurze Grounding Queries
Bing zeigt im AI-Performance-Bericht sogenannte Grounding Queries. Das sind kurze, gruppierte Phrasen, die beschreiben, zu welchen Themen Inhalte einer Website in KI-Antworten gefunden und zitiert wurden.
Beispiel:
„GEO Audit Anbieter“
| Lange Frage aus der Google Search Console | Thematisch passende Grounding Query aus Bing |
|---|---|
| welche tools oder methoden gibt es, um die sichtbarkeit in chatgpt oder perplexity zu messen? | KI Sichtbarkeit Überwachung ChatGPT Gemini Perplexity Tools Methoden |
| wer bietet einen professionellen geo-audit an, um die sichtbarkeit meiner marke in ki-suchsystemen … zu prüfen? | GEO Audit Anbieter |
| wie optimiert man inhalte für ai-chatbots wie chatgpt oder perplexity? | Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen ChatGPT verbessern |
Thematisch passende Beispiele aus beiden Berichten, nicht dieselbe Suchsitzung.
Für Ihre Website folgen daraus drei Punkte. Eine saubere Keyword-Recherche bleibt wichtig, weil auch KI-Systeme Informationen über konkrete Begriffe und Teilfragen erschließen. Zusätzlich sollten Ihre Seiten die Fragen beantworten, die in längeren Prompts vorkommen – etwa zu Kosten, Ablauf, Anbietern oder Unterschieden. Und bei solchen Suchvorgängen sollten Sie nicht nur auf Klicks schauen: Sichtbarkeit kann sich auch darin zeigen, dass Ihre Inhalte in einer KI-Antwort als Quelle verwendet werden.
Was hinter Begriffen wie Query Fan-Out, Prompt oder Grounding Query steckt, erklärt das SEO- & GEO-Glossar.
Quellen: Google, Leitfaden zur Optimierung für generative KI · Ahrefs-Auswertung zu Auslösern von AI-Overview.
KI-Besuche sind noch klein, aber erstmals messbar
Google bleibt mit großem Abstand die wichtigste Quelle für Website-Besuche. Eine Ahrefs-Auswertung von 76.000 Websites zeigt: Google schickt rund 190-mal mehr Besucher auf Websites als ChatGPT. ChatGPT steht dort für etwa 0,21 Prozent des gemessenen Website-Traffics, Google für knapp 40 Prozent.
Trotzdem wächst der Traffic aus KI-Systemen schnell. Similarweb misst für den Zeitraum Juni 2025 bis Mai 2026 weltweit durchschnittlich rund 771 Millionen monatliche Besuche aus KI-Plattformen. Das entspricht einem Plus von 117,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung ist jedoch je nach Branche sehr unterschiedlich.
Neu ist vor allem, dass Unternehmen diese Sichtbarkeit 2026 deutlich besser messen können.
KI-Sichtbarkeit ist mehr als Website-Traffic
Ein Besuch aus ChatGPT oder Gemini ist nur ein Teil der Entwicklung. Ebenso interessant ist, ob eine Seite in einer KI-Antwort eingeblendet oder als Quelle zitiert wird. Genau dafür liefern Google, Microsoft und Google Analytics inzwischen unterschiedliche Kennzahlen.
Google Search Console
Generative KI messen
Der Leistungsbericht für generative KI zeigt, welche Seiten in KI-Übersichten und im KI-Modus eingeblendet werden. Auswertungen nach Seite, Gerät und Land sind möglich. Klicks und konkrete Suchanfragen fehlen bislang.
Bing Webmaster Tools
Zitate und Grounding Queries
Der AI-Performance-Bericht zeigt, welche Seiten in Microsofts KI-Funktionen zitiert werden. Zusätzlich lassen sich Grounding Queries und weitere Daten zur Sichtbarkeit auswerten. Vollständige Nutzer-Prompts werden nicht angezeigt.
Google Analytics 4
Besuche aus KI-Assistenten
GA4 fasst erkannte Besuche aus Diensten wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot im Channel „KI-Assistent“ zusammen. Googles eigene KI-Übersichten und der KI-Modus werden dort nicht separat ausgewiesen.
Quellen: Google Search Console, Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen · Ahrefs-Auswertung zu Google- und ChatGPT-Traffic · Similarweb AI Referral Traffic by Industry 2026 · eigene Auswertung Google Search Console, Bing Webmaster Tools und Google Analytics 4, September 2026.
KI-Suche erreicht die Zielgruppen unterschiedlich schnell
| Altersgruppe | Nutzen KI zumindest gelegentlich | Nutzen KI regelmäßig |
|---|---|---|
| 14 bis 29 Jahre | 92 % | mehr als zwei Drittel wöchentlich |
| 50 bis 69 Jahre | rund 50 % | rund 25 % wöchentlich |
| 70 Jahre und älter | 15 % | 8 % wöchentlich |
Vertrauen bleibt ein Thema
Gleichzeitig bleibt das Vertrauen begrenzt. 54 Prozent der Befragten halten Informationen aus KI-Anwendungen für eher wenig oder gar nicht vertrauenswürdig. Unter den KI-Nutzenden klicken 58 Prozent nur gelegentlich oder nie auf die angegebenen Originalquellen.
Für Unternehmen mit älterer Kundschaft ist diese Entwicklung besonders relevant. Wer beispielsweise Busreisen, Kuren, Gesundheitsleistungen oder lokale Dienstleistungen anbietet, sollte die klassische Google-Suche, das Google-Unternehmensprofil und die eigene Website deshalb nicht zugunsten von KI-Kanälen vernachlässigen. Gerade bei älteren Zielgruppen ist KI noch deutlich weniger verbreitet als bei jüngeren.
Gleichzeitig zeigt die Gruppe der 50- bis 69-Jährigen, dass KI längst kein reines Thema der jungen Zielgruppen mehr ist: Rund die Hälfte nutzt entsprechende Anwendungen zumindest gelegentlich. Für Unternehmen bietet es sich deshalb an, die Sichtbarkeit in Google und in KI-Systemen parallel aufzubauen, statt beide Wege gegeneinander auszuspielen.
Wie sich diese Entwicklung speziell im Tourismus auswirkt, beschreibe ich im Ratgeber Online-Marketing im Tourismus
Quellen: ARD/ZDF-Medienstudie 2026 · Zusammenfassung Upload Magazin, September 2026
Inhalte mit klarem Bezug zum Kernangebot gewinnen an Bedeutung
Nivea
Ratgeberbereich verliert stärker
Beim Mai-2026-Core-Update verlor der Beratungsbereich von Nivea knapp 30 Prozent Sichtbarkeit, der Produktbereich dagegen nur rund 7 Prozent. Besonders betroffen waren Themen, die weiter vom eigentlichen Produktsortiment entfernt lagen.
Coolblue
Beratung bleibt nah am Produkt
Coolblue gewann trotz eines umfangreichen Ratgeberbereichs. Die Inhalte unterstützen konkrete Kaufentscheidungen und sind eng mit dem eigentlichen Sortiment verbunden. Ratgeber verlieren also nicht grundsätzlich – entscheidend ist der Bezug zum Kernangebot.
Für kleine und mittlere Unternehmen folgt daraus vor allem eines: Sie müssen nicht möglichst viele Themen ihrer Branche abdecken. Sinnvoller sind Inhalte, die Fragen beantworten, die Ihre potenziellen Kunden vor einer Anfrage, Buchung oder Kaufentscheidung tatsächlich haben. Ein Ratgeber sollte deshalb zum eigenen Leistungsangebot passen und von dort sinnvoll zu einer passenden Leistung oder einem Angebot führen.
Google empfiehlt ebenfalls, Inhalte für eine klar definierte Zielgruppe zu erstellen und darauf zu achten, dass eine Website einen erkennbaren Schwerpunkt hat. Daraus folgt aber keine pauschale Regel, dass Ratgeber oder allgemeine Inhalte automatisch schlechter ranken.
Auf meiner eigenen Website habe ich im Zuge des Relaunchs 2026 deshalb mehrere ältere Blogartikel entfernt oder mit Leistungsseiten zusammengeführt, wenn sie keinen ausreichenden Bezug mehr zu meinem heutigen Angebot hatten.
Wie sich Ratgeber und Angebot sinnvoll verbinden lassen, zeige ich auf der Seite Content-Marketing .
Quellen: SISTRIX zum Mai-2026-Core-Update · Google, hilfreiche und nutzerorientierte Inhalte
Marke und Erwähnungen außerhalb der eigenen Website gewinnen an Bedeutung
KI-Systeme greifen nicht nur auf die eigene Website eines Unternehmens zurück. Auch externe Quellen wie Videos, Fachportale, Bewertungsplattformen, Foren und redaktionelle Beiträge können in KI-Antworten eine Rolle spielen.
Wie unterschiedlich diese Quellen gewichtet werden, zeigt eine Auswertung von Peec AI. Dafür wurden im März 2026 rund 30 Millionen Quellenangaben aus ChatGPT, Google AI Mode, Gemini, Perplexity und AI Overviews untersucht. Zu den am häufigsten zitierten Domains gehörten Reddit, YouTube, LinkedIn, Wikipedia und Forbes. Die Systeme unterscheiden sich dabei deutlich.
Auch die Sichtbarkeit einer Marke außerhalb der eigenen Website scheint eine Rolle zu spielen. Ahrefs hat 75.000 Marken untersucht und dabei einen starken statistischen Zusammenhang zwischen Erwähnungen einer Marke im Web und ihrer Sichtbarkeit in KI-Antworten festgestellt. Besonders ausgeprägt war die Korrelation bei Erwähnungen auf YouTube. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass zusätzliche Erwähnungen automatisch zu mehr KI-Sichtbarkeit führen.
Für kleine und mittlere Unternehmen sind vor allem Quellen relevant, die sich realistisch aufbauen und pflegen lassen:
1. Bewertungen
Bewertungen im Google Unternehmensprofil und auf relevanten Branchenportalen liefern externe Signale zu einem Unternehmen und seinen Leistungen.
2. Fachportale & Verzeichnisse
Einträge bei Verbänden, Kammern und seriösen Branchenverzeichnissen helfen dabei, ein Unternehmen außerhalb der eigenen Website eindeutig einzuordnen.
3. Regionale & fachliche Medien
Berichte in regionalen Medien oder Fachportalen schaffen unabhängige Erwähnungen und erhöhen die Präsenz einer Marke im Netz.
4. YouTube & LinkedIn
Eigene Videos auf YouTube und ein gepflegtes LinkedIn-Profil können zusätzliche Quellen schaffen, auf die KI-Systeme bei passenden Themen zurückgreifen.
Wichtig ist, dass Name, Leistungen und Unternehmensdaten über diese Quellen hinweg konsistent dargestellt werden. Gleichzeitig rät Google ausdrücklich davon ab, künstliche oder unauthentische Erwähnungen aufzubauen. Generative KI-Funktionen können berücksichtigen, was in Blogs, Videos und Forendiskussionen über Produkte und Unternehmen gesagt wird – entscheidend sind dabei glaubwürdige und echte Quellen.
Wie externe Erwähnungen und Quellenangaben im Zusammenspiel mit GEO wirken, beschreibe ich ausführlicher im Beitrag Von SEO zu GEO. Warum sich die zitierten Quellen in KI-Antworten laufend verändern können, zeigt der Beitrag zur AI Citation Drift
Quellen: Peec AI, Analyse von rund 30 Mio. Quellenangaben · Ahrefs, Analyse von 75.000 Marken · Google, Leitfaden zur Optimierung für generative KI
Das Google-Unternehmensprofil gewinnt auch für KI-Antworten an Bedeutung
Für lokale Unternehmen bleibt das Google-Unternehmensprofil eine zentrale Datenquelle innerhalb der Google-Suche. Neu ist, dass diese Informationen auch für generative KI-Funktionen relevant werden. Google weist in seinem Leitfaden zur KI-Suche ausdrücklich darauf hin, dass Google Business Profiles dazu beitragen können, Produkte und Dienstleistungen sowohl in KI-Antworten als auch in anderen Suchergebnissen sichtbar zu machen.
Google gleicht Unternehmensdaten zudem zunehmend automatisiert ab. Unternehmen können beispielsweise per automatisiertem Anruf, SMS oder WhatsApp kontaktiert werden, um Angaben wie Öffnungszeiten oder verfügbare Dienstleistungen zu bestätigen. Werden daraus Informationen im Unternehmensprofil aktualisiert, informiert Google den Inhaber darüber.
Wie wichtig das Unternehmensprofil bleibt, zeigt auch die lokale Suche selbst. Eine Whitespark-Studie aus den USA untersuchte 540 Suchanfragen in sechs Branchen und drei Städten. Bei Suchanfragen mit klar lokaler Absicht erschienen klassische Local Packs in 93 Prozent der Fälle. Bei informationalen und gemischten lokalen Suchanfragen dominierten dagegen AI Overviews. Das zeigt: Je nach Suchintention greifen klassische lokale Ergebnisse und KI-Antworten unterschiedlich stark ineinander.
Für lokale Unternehmen folgt daraus vor allem:
Was lokale Unternehmen jetzt prüfen sollten:
- Google-Unternehmensprofil vollständig und aktuell halten
- Leistungen, Öffnungszeiten und Kontaktdaten regelmäßig prüfen
- Bewertungen beantworten und neue Bewertungen im Blick behalten
- Angaben auf Website und Unternehmensprofil konsistent halten
- Änderungen, die Google automatisch ergänzt, regelmäßig kontrollieren
Das Unternehmensprofil ersetzt damit weder die eigene Website noch klassische Local-SEO-Maßnahmen. Es wird aber zu einem wichtigen Bestandteil der Datenbasis, aus der Google Informationen über ein lokales Unternehmen ableiten kann.
Wie Sie Ihr Unternehmen in der lokalen Suche sichtbar machen, lesen Sie auf der Seite Local SEO.
Google, Leitfaden zur Optimierung für generative KI · Google-Hilfe zu automatisierten Kontakten mit Unternehmen · Whitespark-Studie zur lokalen Suche und AI Overviews
Europäischer Sonderweg: Google baut Reise- und lokale Suchergebnisse um
Ein SEO-Trend betrifft Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum besonders: Google verändert dort die Darstellung bestimmter Suchergebnisse aufgrund des Digital Markets Act (DMA).
Am 23. Juli 2026 verhängte die Europäische Kommission gegen Google zwei Geldbußen von insgesamt 890 Millionen Euro. 460 Millionen Euro davon betreffen die Bevorzugung eigener Dienste in der Google-Suche. Nach Auffassung der Kommission wurden unter anderem Googles eigene Angebote für Shopping, Hotels, Transport und Sport gegenüber vergleichbaren Diensten Dritter bevorzugt.
Seit September 2026 zeigt Google deshalb bei bestimmten Suchanfragen im Europäischen Wirtschaftsraum getrennte Bereiche für Aggregatoren und Direktanbieter. Betroffen sind unter anderem Hotels, Flüge, Transport, lokale Unternehmen und Produkte.
| Bereich | Typische Anbieter | Funktion |
|---|---|---|
| Aggregator-Bereich | Buchungsportale, Preisvergleichsportale, Metasuchmaschinen, Verzeichnisse | zeigt Ergebnisse mehrerer Drittanbieter bzw. Aggregatoren |
| Anbieterbereich | Hotels, Fluggesellschaften, lokale Unternehmen und andere Direktanbieter | stellt Angebote direkter Anbieter separat dar |
Bei Reise-Suchen wurde der Anbieterbereich zugleich eingeschränkt. Nutzer können dort beispielsweise nicht mehr in gleicher Weise nach Reisedatum filtern, Live-Preise abrufen oder bestimmte beschreibende Merkmale verwenden. Google hat außerdem angekündigt, dass diese Änderungen, wo relevant, auch die KI-Übersichten und den KI-Modus betreffen.
Davon zu unterscheiden sind neue Suchdarstellungen, für die strukturierte Daten relevant sind. Google bietet im Europäischen Wirtschaftsraum spezielle Karussells unter anderem für Hotels, Ferienunterkünfte, lokale Unternehmen, Freizeitangebote, Produkte, Transport und Flüge an. Diese Funktion befindet sich weiterhin in der Beta-Phase und setzt je nach Bereich passende strukturierte Daten voraus.
Für Hotels, Reiseveranstalter, Gastronomie und lokale Anbieter bedeutet das: Die Darstellung in Google wird vielfältiger und stärker nach Anbieterarten getrennt. Eine technisch saubere Website, passende strukturierte Daten, ein aktuelles Google-Unternehmensprofil und eine Präsenz auf relevanten Buchungs- oder Branchenportalen sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden.
Gleichzeitig hat Google an anderer Stelle Suchfunktionen reduziert. Seit dem 7. Mai 2026 werden FAQ-Rich-Results nicht mehr ausgespielt. Das FAQ-Markup kann bestehen bleiben, erzeugt aber kein entsprechendes Rich Result mehr.
Was diese Veränderungen speziell für Reiseanbieter bedeuten, beschreibe ich auf der Seite SEO im Tourismus.
Quellen: EU-Kommission, 23.07.2026 · Google Search Central, Aggregator- und Anbieterbereiche im EWR · Google Search Central, Dokumentationsänderungen 2026
KI-Agenten beginnen zu buchen und zu kaufen
KI-Systeme entwickeln sich von reinen Antwortmaschinen zu Werkzeugen, die im Auftrag ihrer Nutzer Aufgaben erledigen können. Sie sollen beispielsweise Angebote vergleichen, Verfügbarkeiten prüfen, Termine vorbereiten oder Einkäufe ausführen. Für Unternehmen in Deutschland ist diese Entwicklung 2026 vor allem ein Thema, auf das sie sich technisch und inhaltlich vorbereiten sollten. Viele konkrete Funktionen starten bislang jedoch zuerst in den USA.
Google hat im Mai 2026 angekündigt, die agentischen Buchungsfunktionen seiner Suche auf lokale Erlebnisse und Dienstleistungen auszuweiten. Nutzer können dort genaue Anforderungen nennen und anschließend aktuelle Preise, Verfügbarkeiten und Links zur Buchung erhalten. Bei ausgewählten Kategorien wie Handwerk, Kosmetik oder Tierpflege kann Google in den USA sogar Unternehmen im Auftrag des Nutzers anrufen.
Auch beim Einkaufen werden KI-Systeme aktiver. OpenAI bietet mit Instant Checkout für bestimmte Produkte und teilnehmende Händler die Möglichkeit, einen Kauf direkt innerhalb von ChatGPT abzuschließen. Die Funktion startete zunächst in den USA.
Parallel entstehen technische Standards, mit denen Websites KI-Agenten gezielter steuern können. Ein Beispiel ist WebMCP. Damit können Websites strukturierte Funktionen bereitstellen, die ein Agent gezielt ausführen kann, statt Benutzeroberflächen selbst interpretieren zu müssen. Google testet WebMCP seit Juni 2026 in einem zeitlich begrenzten Origin Trial für Chrome. Für normale Unternehmenswebsites ist das deshalb noch keine Pflichtaufgabe.
Heute schon möglich
Google und OpenAI bieten bereits Funktionen, mit denen Nutzer Angebote vergleichen, Buchungen vorbereiten oder Käufe direkt aus einem KI-System heraus anstoßen können. Viele dieser Funktionen starten bislang allerdings zuerst in den USA.
Noch im Test
Technische Standards wie WebMCP befinden sich noch in frühen Testphasen. Für normale Unternehmenswebsites sind solche Schnittstellen deshalb noch keine Pflicht und sollten aktuell nicht priorisiert werden.
Jetzt sinnvoll vorbereiten
Klare Leistungen, aktuelle Preise oder Preisinformationen, Verfügbarkeiten, strukturierte Unternehmensdaten und einfache Wege zur Anfrage oder Buchung helfen schon heute – Menschen ebenso wie künftigen KI-Agenten.
Für kleine und mittlere Unternehmen sind heute vor allem die Grundlagen wichtig, die sowohl Menschen als auch künftige KI-Agenten benötigen: klar beschriebene Leistungen, aktuelle Preise oder Preisinformationen, Verfügbarkeiten, strukturierte Unternehmensdaten und ein einfacher Weg zur Anfrage, Terminvereinbarung oder Buchung.
Spezielle Agenten-Schnittstellen müssen die meisten Unternehmen deshalb noch nicht priorisieren. Wer seine Informationen und Buchungsprozesse heute sauber und maschinenlesbar strukturiert, schafft aber eine gute Grundlage für die nächsten Entwicklungsschritte.
Quellen: Google I/O 2026 / Google Search zu agentischen Buchungsfunktionen · OpenAI zu Instant Checkout · Chrome for Developers, WebMCP Origin Trial, 09.06.2026
Was kein Trend ist: vier Irrtümer rund um SEO und KI
Sie brauchen eine llms.txt-Datei
Texte müssen speziell für KI geschrieben und in kleine Stücke zerlegt werden
2026 kommen neue Core Web Vitals
SEO ist tot, ChatGPT ersetzt Google
Quellen: Google, Leitfaden zur Optimierung für generative KI· Google Search Central, Klarstellung zu llms.txt· Chrome for Developers zu neuen CrUX-Werbemetriken · Ahrefs-Auswertung zu Google- und ChatGPT-Traffic
Was die SEO- & GEO-Trends 2026/2027 für Ihr Unternehmen bedeuten
Kurzfristig priorisieren
- Leistungsseiten schärfen: klar erklären, was Sie anbieten, für wen die Leistung gedacht ist, wo Sie tätig sind und wie der Ablauf aussieht
- Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen und regelmäßig mit den Angaben auf der Website abgleichen
- Leistungsbericht für generative KI in der Google Search Console prüfen, Bing Webmaster Tools einrichten und in GA4 den Kanal „KI-Assistent“ beobachten
- wichtige Informationsseiten auf Fragen zu Kosten, Ablauf, Unterschieden und Voraussetzungen prüfen
Im Laufe des Jahres 2027 weiter ausbauen
- Ratgeber stärker am eigenen Kernangebot ausrichten
- externe Erwähnungen seriös ausbauen, etwa durch Bewertungen, Branchenportale, Fachmedien oder Videos
- KI-Sichtbarkeit regelmäßig mit einem festen Fragen- oder Prompt-Set prüfen
- für Hotels und Reiseanbieter relevante strukturierte Daten und neue EU-Suchdarstellungen beobachten
Beobachten
- neue Buchungs- und Agentenfunktionen, sobald sie in Deutschland praktisch relevant werden
- KI-Nutzung der eigenen Zielgruppe, besonders bei älteren Kundengruppen
- neue Messmöglichkeiten in Search Console, Bing Webmaster Tools und Analytics
Welche dieser Punkte für Ihr Unternehmen zuerst zählen, hängt davon ab, wo Ihre Website heute in der Google-Suche und in KI-Antworten steht. Eine ausführliche Analyse der KI-Sichtbarkeit bietet der GEO-Audit.
Häufige Fragen zu SEO- und GEO Trends
Was sind die wichtigsten SEO-Trends 2026 und 2027?
Die wichtigsten SEO-Trends 2026 und 2027 hängen eng mit der wachsenden Bedeutung von KI-Antworten zusammen. Google verbindet klassische Suchergebnisse zunehmend mit KI-Übersichten und dem KI-Modus. Dadurch sinken bei vielen Informationssuchen die Klickzahlen, während die Nennung als Quelle an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig werden Inhalte wichtiger, die klar zum eigenen Angebot passen, konkrete Fragen beantworten und auch außerhalb der eigenen Website durch Bewertungen, Fachportale oder andere seriöse Quellen bestätigt werden. Im Europäischen Wirtschaftsraum verändern zudem neue regulatorische Vorgaben die Darstellung einzelner Suchergebnisse, etwa im Reise- und lokalen Umfeld.
Ist Suchmaschinenoptimierung durch KI-Suche überflüssig geworden?
Nein. Google bleibt für die meisten Websites weiterhin der deutlich wichtigste Besucherkanal. Eine Ahrefs-Auswertung von 76.000 Websites zeigt, dass Google rund 190-mal mehr Website-Besuche liefert als ChatGPT. Gleichzeitig bauen viele KI-Funktionen auf denselben Grundlagen auf, die auch für klassische Suchmaschinenoptimierung wichtig sind: technisch zugängliche Seiten, hilfreiche Inhalte, klare Themenzuordnung und verlässliche Informationen. SEO wird deshalb nicht ersetzt, sondern um zusätzliche Anforderungen für die Sichtbarkeit in KI-Antworten ergänzt.
Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?
SEO (Suchmaschinenoptimierung) zielt darauf, eine Website in klassischen Suchergebnissen sichtbar zu machen und qualifizierte Besucher auf die Website zu bringen. GEO (Generative Engine Optimization) ergänzt diese Arbeit um die Frage, ob KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini, Copilot oder Googles KI-Funktionen ein Unternehmen oder seine Inhalte in Antworten nennen und als Quelle verwenden. GEO baut deshalb auf einer technisch und inhaltlich guten SEO-Grundlage auf und erweitert sie um Themen wie klare Antworten, gute Quellenfähigkeit, externe Erwähnungen und konsistente Unternehmensinformationen.
Wie kann ich messen, ob mein Unternehmen in KI-Antworten vorkommt?
Dafür stehen inzwischen mehrere kostenlose Werkzeuge zur Verfügung. Die Google Search Console zeigt in einem eigenen Leistungsbericht, welche Seiten in generativen KI-Funktionen eingeblendet werden. Bing Webmaster Tools liefert Daten zu Zitierungen, zitierten Seiten und Grounding Queries. Google Analytics 4 weist Besuche aus erkannten KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Claude im Channel „KI-Assistent“ aus. Für einen systematischen Vergleich mit Mitbewerbern oder für feste Prompt-Sets sind zusätzlich spezialisierte GEO- und AI-Visibility-Tools sinnvoll.
Sie möchten Ihre Website bei Google und in KI-Systemen sichtbarer machen?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Website und klären, wo aktuell Potenzial bei SEO, GEO und der Sichtbarkeit in KI-Systemen besteht. Das Gespräch dauert etwa 30 Minuten, ist unverbindlich und findet per Microsoft Teams oder Telefon statt.
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